Stinstedt

Informationen zu Stinstedt

Foto eines Hauses in Stinstedt, Foto ©RTG

  • 825 Einwohner (Januar 2012)
  • Baumbestand als Straßenbegleitgrün (300 Nachpflanzungen in 1996)
  • Regenwasser-Rückhaltebecken am Fußweg "Am Scheunenplatz" und an der Falkenstraße
  • Naturnahe Entwässerung im Straßenseitenraum als Bestandteil der von 1991 bis 1996 durchgeführten Dorferneuerung
  • 15 Grabhügel
  • Mehr bei Wikipedia

 

 

 

Nordseezeitung - Serie 'familienfreundlich' vom 16.10.2012

Gutsbesitzer wechselt Kirche

Stinstedts Geschichte vom Adel geprägt – 46 alte Bäume stehen noch als Zeugen aus alter Zeit

Stinstedt aus der Vogelperspektive: Dieses Foto kann im Format 30 mal 40 Zentimeter auch in den Kundencentern in der Hafenstraße und in der Oberen Bürger für 12,95 Euro bestellt werden. Außerdem können Sie das Bild im Internet ordern (www.nordsee-zeitung.de).Luftfoto Scheervon BARBARA FIXY
STINSTEDT. Das erste Zeugnis menschlichen Lebens, das man in Stinstedt gefunden hat, ist ein 7000 Jahre altes Großsteingrab. Zwischen 1230 und 1235 wird erstmals die Adelsfamilie von Stinstedt schriftlich erwähnt, die 1536 ausgestorben ist. An das Gut Stinstedt, das zwischen 1617 bis 1622 gegründet wurde, erinnern noch heute 46 alte Bäume, die einst den Gutshof umfriedeten.

1982 hat der ehemalige Ortsheimatpfleger Eckhard Nehring (69) alle historischen Ereignisse, auf die er bis dato bei seinen Recherchen gestoßen war, in einer Chronik aufgeführt. Damals feierten die Stinstedter das 750-jährige Bestehen ihres Ortes. Nehring hat sein Ehrenamt als Ortsheimatpfleger kürzlich nach 50 Jahren abgegeben. Ein Nachfolger ist zu seinem Bedauern nicht in Sicht.
    Wurde früher der Name Stinstedt schriftlich festgehalten, ging es wie auch in anderen Orten oft um Geld, das die Bewohner in Form von Abgaben zahlen sollten. Erstmals wird das Dorf um das Jahr 1500 im Vörder Verzeichnis erwähnt, verbunden mit dem Hinweis, dass es dort drei Höfe gab. 1534 bestand Stinstedt aus fünf Höfen. Seither lässt sich die Entwicklung kontinuierlich verfolgen, da Steuerlisten und andere Aufzeichnungen erhalten sind, die in der erzbischöflichen Kanzlei zu Vörde (jetzt Bremervörde) erstellt wurden.
    Seit 1481 ist die Adelsfamilie von der Hude in Stinstedt nachzuweisen. 1551 kaufte ein gewisser Sebade von der Hude das ganze Dorf mit seinen damals fünf Höfen von einer Witwe desselben Adelsgeschlechts. Er war Domprobst zu St. Ansgar in Bremen und führte laut Nehring von 1553 bis 1573 die Privatakten seiner Familie in gestochen scharfer Handschrift. „Man kann heute noch genau verfolgen, wie die Leute damals ihr Geld ausgegeben haben“, berichtet der ehemalige Ortsheimatpfleger und fügt hinzu, dass damit viele detaillierte Angaben über die Höfe und ihre Bewohner überliefert wurden.
    1615 gehörte Stinstedt meierrechtlich zum Gut Nückel. Dann betritt der Gutsgründer, ein gewisser Tönnies Torney aus Rethem an der Aller, die Szene. Zwischen 1617 und 1622 gründete er das Gut Stinstedt. Dadurch konnte er die zugehörigen Höfe von der Landessteuer befreien. Den Gutsbesitzern wurden besondere Kirchenstühle eingeräumt, und sie hatten das Recht, ihre Toten in der Kirche zu bestatten.

Beschwerlicher Weg

Der frischgebackene Gutsbesitzer Torney und seine Ehefrau Anna von der Hude machten schon bald von dem Recht des Adels Gebrauch und wechselten von der Beverstedter in die Bexhöveder Kirche – und das wahrscheinlich von der Gründungszeit des Gutes an. Derweil mussten die Einwohner des übrigen Dorfes Stinstedt den weiten, beschwerlichen Weg zur alten Bördekirche in Beverstedt auf sich nehmen.
    In den folgenden Jahren erlauben die Gutsherren von Stinstedt mehreren Ansiedlern – heute würde man sie Neubürger nennen, sich auf dem Gutshof niederzulassen. Diese neuen Einwohner durften ebenfalls im nahen Bexhövede zur Kirche gehen, während die Dorfbewohner weiterhin nach Beverstedt pilgern mussten. Am 18. März 1830 beantragten acht Haushaltsvorstände – vier Halbhöfner und vier Köthner – aus dem Dorf Stinstedt, auch in Bexhövede eingemeindet zu werden.
    In ihrem Antrag schildern sie den beschwerlichen Kirchweg von fast zwei Stunden Dauer als wahren Krankheitsherd vor allem für die Konfirmanden, die drei Mal in der Woche zum Unterricht mussten. Es dauerte, bis der Wunsch der Dorfbewohner erfüllt wurde, denn der Hirte in Beverstedt wollte seine Schäfchen nicht ohne Weiteres ziehen lassen. Erst 1886 werden die acht Stinstedter Familien im näheren Bexhövede eingepfarrt.

Chronik

Die Adelsfamilie von Stinstedt wird zwischen 1230 und 1235 erstmals erwähnt. Um das Jahr 1500 wird dann auch der Ort selbst im sogenannten Vörder Verzeichnis erwähnt. Zwischen 1617 und 1622 gründet Tönnies Torney, Ehemann der Anna von der Hude, das Gut Stinstedt.