Schwegen

Foto aus Schwegen-Langendammsmoor, Foto ©RTG

Informationen zu Schwegen

  • 225 Einwohner (Januar 2012)
  • langgezogene Ortschaft
  • Rast- und Grillplatz
  • Hinweistafel mit Radwegen

 

 

 

 

 

Nordseezeitung - Serie 'familienfreundlich' vom 21.09.2012

Ganze drei Dörfer in einem

Zu Schwegen gehören Neuenlander- und Langendammsmoor – Alte Ortsnamen leben in Vereinen weiter

Schwegenvon BARBARA FIXY
SCHWEGEN. Wo Schwegen dran steht, ist nicht nur Schwegen drin. Denn an der fünf Kilometer langen Ortsdurchfahrt reihen sich außerdem Neuenlander- und Langendammsmoor aneinander, die der Außenstehende freilich vergeblich sucht. Denn 1969 einigten sich die Bürgermeister der drei selbstständigen Gemeinden darauf, die Orte unter dem Namen Schwegen zu einem Straßendorf zusammenzuschließen.

Das neue Schwegen schloss sich Stotel an. Was aber nur eine kurze Episode war. 1974 wurde die Gemeinde Loxstedt gegründet. Fortan lag und liegt das Rathaus für Schwegen in Loxstedt.
    Die Geschichte Schwegens haben die Ortsheimatpflegerin Elke Hamann und ihr Mann Wolfgang in der Chronik „Kennt ji dat Dörp Schwegen?“ zusammengefasst. Die Ortsheimatpflegerin berichtet, dass das eigentliche Schwegen die älteste der drei Siedlungen sei. 1928 fand ein gewisser Johann Ahrens in der Drepte bei Schwegen ein Ritterschwert, das im Focke-Museum in Bremen aufbewahrt wird. Es wird vermutet, dass dieses Schwert aus der Schlacht vom 26. Juni 1233 stammt, die der Bremer Erzbischofs Gerhard I. an unbekanntem Ort gegen die Osterstader Bauern führte. 1580 wurden zwei Meierhöfe in Schwegen erstmals urkundlich erwähnt.
    Um 1750 entstanden die ersten Moorkaten in Neuenlandermoor. 1801 wird die Siedlung erstmals im Handbuch Wesermünde genannt. Die Besiedlung Langendammsmoors, das am nächsten zur ehemaligen B6 liegt, wird um das Jahr 1824 datiert. Worpsweder und Grasberger sollen sich hier niedergelassen haben. Von einer schweren Sturmflut waren 1825 das damalige Schwegen und Reepen betroffen, das zu Neuenlande gehörte, aber geografisch sehr nahe an Schwegen liegt.
    1839 kehrte die Schulbildung in Neuenlandermoor ein. Die Kinder wurden im Hause eines gewissen Carl Bohle und nur im Winter unterrichtet, bis 1849 ein Schulhaus erworben wurde.
    Schwegen gehört heute zur Bütteler Kirchengemeinde, was nicht immer der Fall war. Erst von 1887 an wurde der Kirchweg nach Büttel ausgebaut. Vorher mussten die Schwegener nach Bramstedt pilgern über einen Weg, der schon im 10. Jahrhundert benutzt wurde und zum Teil noch heute existiert von Neuenlande kommend über Reepen auf die K 54 nach Schwegen, dann über Neuenlander- und Langendammsmoor durch Bramstedtermoor weiter über die L 134 nach Bramstedt.
    Auffällig ist, dass fast alle Häuser in Schwegen auf der östlichen Seite der Ortsdurchfahrt stehen.

Wilddieb und Auswanderer

Natürlich gab es im früheren Neuenlandermoor auch Wilddiebe und Auswanderer. Elke Hamann berichtet von einem nebligen Sonntagmorgen im Spätherbst 1906, als Heinrich Ahle aus Neuenlandermoor, der bekannt war als gelegentlicher Wilddieb, im „Neuen Moor“ Besenbusch schnitt. Plötzlich hörte er einen Schuss an der Jagdgrenze zu Stotel. Wenig später kamen die Stoteler Jagdpächter und hielten Ahle für den Wilddieb. Es kam zu einer Gerichtsverhandlung. Ahle schwor, nicht schuldig zu sein. In einer zweiten Gerichtsverhandlung wurde er aber wegen Meineids verurteilt und sollte eine Zuchthausstrafe antreten, obwohl sich ein anderer als Wilddieb bekannte, was das Gericht allerdings nicht glaubte. Heinrich Ahle fuhr mit dem Fahrrad nach Holland, wanderte aus nach Amerika und ließ seine Familie später nachkommen.
    Obwohl Schwegen längst eins ist, leben die alten Ortsteile weiter in den Namen des Schützenvereins Neuenlandermoor, des TSV Langendammsmoor und der Ortsfeuerwehr Schwegen.

Chronik

1580 wird Schwegen zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Neuenlandermoor und Langendammsmoor sind neueren Datums. 1849 wird das erste Schulgebäude in Neuenlandermoor in Betrieb genommen. 1887 wird der Kirchweg nach Büttel ausgebaut. 1969 werden die drei Ortsteile zusammengelegt.

Die Aufnahme aus der Vogelperspektive zeigt Alt-Schwegen, wie es sich aus dem Südosten betrachtet zeigt. Dieses Foto kann im Format 30 mal 40 Zentimeter auch in den Kundencentern in der Hafenstraße und in der Oberen Bürger für 12,95 Euro bestellt werden. Außerdem können Sie das Bild im Internet ordern (www.nordsee-zeitung.de).Luftfoto Scheer